Was sind die wichtigsten Produktmanagement-Trends 2017?

Autor on 9. Dezember 2016 in Blogs, Enterprise 2.0 / Web 2.0 mit 0 Kommentare

Alpha hat vor kurzem eine Umfrage mit mehr als 150 Produktmanagern in den USA aus dem digitalen Umfeld durchgeführt. Herausgekommen ist die Studie ‚Product Management Insights 2017‘. Es ist der dritte Bericht innerhalb von drei Jahren.

Ein Zeitraum, der einem kompletten Produktmanagement-Leben entspricht, würde man die drei Jahre in Produktmanagerjahre umrechnen. Also eine Zeitspanne, die in ihrer Dimension den kompletten Lebenszyklus eines Produktmanagers widerspiegelt. Seit der Veröffentlichung des ersten Berichts im Jahr 2015, hat sich einiges getan. Damals krankte Produktmanagement noch an unklaren Rollendefinitionen, die über Branchen und Unternehmen entweder überhaupt nicht oder völlig unterschiedlich interpretiert und gelebt wurden.

Neben einer Neubewertung des daily business von Produktmanagern, beleuchtet der aktuelle Bericht Perspektiven aus der Sicht unterschiedlicher Stakeholder sowie notwendige Fähigkeiten und damit verbundene Herausforderungen und Chancen im Produktmanagement. Die Umfrageergebnisse widerlegen weithin geglaubte Ansichten über die Disziplin, liefern aber auch eine Reihe interessanter Erkenntnisse, die helfen können, Produktmanagement erfolgreich und Produkte besser zu machen. Im Folgenden werden ausgewählte Trends skizziert.

Der vollständige Bericht liefert neben aktuellen Erkenntnissen zu Disziplin und Karrierewegen einen Überblick entsprechender Werkzeuge und Techniken im Produktmanagement. Der vollständige Bericht steht hier zum Download bereit:

Ist Kommunikation der Schlüssel zu Produktmanagement? Es hängt davon ab, wer zuhört.

Die Studienteilnehmer beantworteten eine Reihe von Fragen, die Aufschluss über Effizienz und Effektivität der eingesetzten Zeit geben sollen, die Produktmanagern für die Ausübung ihrer Aufgaben zu Verfügung stehen (auf einer Skala von 1 bis 10, wobei 1 „nicht annähernd genügend Zeit“, 5 die „perfekte Menge an Zeit“ und 10 „viel zu viel Zeit“ bedeutet).
Es besteht kein Zweifel daran, dass Kommunikation samt diplomatischem Geschick die Basis erfolgreichen Produktmanagements ist. Nun hat auch der Tag eines Produktmanagers leider nur 24 Stunden. Und weil das so ist, überrascht es auch nicht, dass Produktmanager im Durchschnitt gefühlt zu viel Zeit in interne, politisch gefärbte Diskussionen und Abstimmungsprozesse investieren.

Soll keiner behaupten, dass das Aushandeln und die Abstimmung von Stakeholder-Interessen unwichtig oder einfach wären – im Gegenteil. Doch ist es ebenso wichtig, die verfügbare Zeit sinnvoll einzusetzen und verglichen mit weiteren wichtigen Aufgaben richtig zu verteilen. Und gerade hier besteht aus Sicht der Befragten ein Ungleichgewicht, denn die Zeit, die in den Dialog mit Kunden investiert wird, lässt zu wünschen übrig, wie die folgende Grafik belegt.

Tatsächlich liefern die begrenzten Produktmanagement-Kapazitäten die größten Hindernisse, sich wichtigen Aufgaben zu widmen, denn darunter leidet nicht nur der Kontakt zu den Kunden. Oft bleibt die Professionalität auf der Strecke oder es mangelt daran, Vorentwicklungs- bzw. Testphasen die notwendige Zeit und Aufmerksamkeit zu gönnen. Die Folge: der Kunde wird immer häufiger zum Beta User und das kommt nicht bei jedem gut an.

Was ist die Lösung? Probleme mit Geld zu schütten, bringt auch nichts!

Trotz der Tatsache, dass Produktmanager glauben, zu viel Zeit damit zu verbringen, durch interne politische und bürokratische Untiefen zu navigieren, so ist es der Mangel an Ressourcen, der die größte Herausforderung im Produktmanagement darstellt.

„Mehr Ressourcen“ steht wohl in diesem Jahr auf den Wunschlisten der Produktmanager ganz oben und zählt sicher zu den meist genannten Vorsätzen für 2017.

Doch bleibt abzuwarten, ob ein Mehr an Ressourcen mit besserem Produktmanagement einhergeht oder ob es nicht eher das Gegenteil bewirkt, nach dem Motto: Viele Ressourcen = viele Probleme (noch mehr power & politics, noch mehr Bürokratie, noch mehr Priorisierungsprobleme…).

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Ein Grund, warum Produktmanager das Gefühl haben, zu wenig Zeit für die Professionalisierung ihrer eigenen Arbeit zu haben bzw. mit Best Practices Schritt zu halten, mag sein, dass es mittlerweile Unmengen an Möglichkeiten gibt, sich zu informieren und fit zu machen.

Früher hat man z.B. ein (mehr oder weniger gutes) Buch gegriffen oder den Harvard Business Review gelesen, um auf dem Laufenden zu bleiben. Heute setzen 43% der befragten Produktmanager auf unabhängige Firmen- und Branchenblogs (www.produktmanager-blog.de 😉 ), während 39% Medium als Quelle nennen. Nur noch 34% gehen auf Harvard Business Review, lediglich 22% sind auf Wired (Anm. des Verfassers: Diese Ergebnisse beziehen sich auf die Umfrage unter Produktmanagern aus den USA).

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