Hays und PAC 2012: Wissensarbeiter und Unternehmen im Spannungsfeld

Autor on 7. Oktober 2012 in Unternehmenslösungen mit 1 Kommentar

PAC(Pierre Audoin Consultants) und die Hays AG haben ein Studienprojekt zum Thema Wissensarbeit gestartet. Blickwinkel ist die Sicht der Experten, der Wissensarbeiter und der Führungskräfte. Begonnen wurde die Veröffentlichung mit einem Thesenpapier von 10 Experten.
Die von den Experten entwickelten 6 Thesen sind:

  1. Wissensarbeiter müssen als Individuen in den Fokus rücken.
    Der Wissensarbeiter ist zuerst Manager seines Wissens und verhält sich demgemäß loyaler seinem Fachgebiet als seinem Unternehmen gegenüber.
  2. Wissensarbeiter benötigen für ihre Arbeit breit gefächerte und stabile Netzwerke.
    Wissensarbeit wird erst erfolgreich, wenn die Prozesse zum Austausch aufgebaut und gefördert werden. Dieses erfordert das technische und organisatorische Angebot eines adäquaten Netzwerkes.
    „Wissen muss fließen“
  3. Wissensarbeiter brauchen Coaches und keine Kontrollfreaks.
    Für die Mitarbeiter geht es um die Schaffung von Freiräumen und eine längerfristige Ausrichtung mit einer zielorientierten Steuerung statt kurzfristiger Vorgaben und Kontrollen.
  4. Wissensarbeiter sollen nicht an Zeiten und Orte gebunden sein.
    Dies ist die Forderung nach einerseits mehr Flexibilität der Unternehmen bei Arbeitszeiten,- orte sowie der nutzbaren IT-Infrastruktur und andererseits mehr Unterstützung bei der Organisation von Beruf und Familie.
    „Bring Your Own Device“
  5. Wissensarbeiter benötigen Kompetenzen, die über das „reine“ Wissen hinausgehen.
    Um das Wissen auch erfolgreich einbringen zu können, benötigt der Wissensarbeiter die Medienkompetenz, um die angebotenen Netzwerke effizient nutzen zu können, die Fähigkeit zum Selbstmanagement und zur Selbstvermarktung.
  6. Wissensarbeiter als externe Spezialisten müssen optimal integriert werden.
    Wissensmanagement setzt sinnvollerweise auf interne und externe Ressourcen. Auch für die externen Wissensarbeiter müssen geeignete Rahmenbedingungen geschaffen werden.

Die Thesen sind hinsichtlich der Unternehmensfunktionen neutral gehalten. Schaut man sich die Zielgruppe dieses Blog an, so kann man recht schnell sehen, dass alle Player im Produktmanagement, Marketing, Vertrieb, Entwicklung, Projektmanagement oder auch Services zu den Wissensarbeitern zählen. Schaut man sich auf der anderen Seite die Realitäten an, so besteht eine deutliche Diskrepanz. Die Thesen sind nicht einseitig. Sie gehen sowohl an die jeweiligen Unternehmesleitungen als auch den Wissensarbeiter selber.

Die Unternehmensleitung schafft die Rahmenbedingungen und Freiräume. Dazu gehören Arbeitsmittel, die die Zusammenarbeit fördern wie Wikis, Blog, Communities und Microblogs sowie die Schaffung der generellen Netzzugänge. Ebenso gehört dazu, funktionale Abteilungsgrenzen zu reduzieren, denn nur so wird der Wissensaustausch wirkungsvoll. Folgt die Unternehmensleitung dem Thesenpapier, so werden häufig die Forderungen hinsichtlich einer flexiblen Arbeitszeit und -ort kritisch gesehen.
Markant in den Thesen sind auch die Anforderung an den Wissenarbeiter. Es wird nicht das Modell Daniel Düsentrieb gesucht, sondern der teamorientierte Mitarbeiter, der seine Aufgaben unternehmerisch annimmt und löst. Er muss seine Befähigung ziel- statt wegorientiert zu arbeiten auch beweisen.

Dies war der Blickwinkel der Experten aus der Studie und jetzt werden natürlich die anstehenden Aussagen der Wissenarbeiter selber und des Managements umso interessanter.

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