Disruptive Innovationen und die radikalen Chefs

Autor on 8. Dezember 2013 in Produktmanagement mit 1 Kommentar

Das Management von disruptiven Innovationen ist für größere Unternehmen eine außerordentliche Herausforderung. Es gibt viele Unternehmen, die zwar mit einer disruptiven Innovation groß wurden, die dann aber beim nächsten Innovationszyklus überrollt wurden, wie zuletzt Blackberry oder Nokia. Insoweit ist es natürlich spannend sich die dauerhaft erfolgreichen Unternehmen und deren Erfolgsrezepte anzuschauen. Einige Unternehmen setzen konsequent das Konzept der eigenständige Einheit als Organisationsform um. Beispiel ist der BMW i3, dem Elektromobil und Hoffnungsträger von BMW. Der BMW i3 wurde außerhalb des Forschungs-und Innovationszentrums (FIZ), der zentralen BMW-Entwicklungsstätte, entwickelt. Das amerikanische Unternehmen 3M ist ein Beispiel für ein Unternehmen mit vielen selbständig agierenden Geschäftseinheiten und massiv geförderter Innovationskultur. Sucht man nach weiteren Beispielen für den wiederholten Erfolg, dann stößt man bald auf Unternehmen wie Amazon, Apple, Cisco, Nike, Sony oder Gore. Diese Unternehmen schaffen es auch innerhalb ihrer bestehenden Strukturen immer wieder bahnbrechende Innovationen zu starten. Hier ist oder war es der jeweilige CEO, der mit zum Teil brutaler Konsequenz disruptiven Ideen zum Markterfolg verholfen hat. Das besondere dieser Unternehmenslenker ist nicht ihr professionelles Management von Geschäften, denn dieses findet man häufiger. Ihr hervorstechende Merkmale sind einerseits die absolute Überzeugung von ihren technologischen Visionen und andererseits ihre brutale Konsequenz in der Umsetzung.

Steve Jobs

Erstes Beispiel ist der legendäre Steve Jobs von Apple. Die Zahl seiner bahnbrechenden Innovationen ist mehr als beindruckend mit PC’s vom Apple II, Newton bis zum Mac, über iPod, iPad, iTunes bis zum iPhone. Er hat immer wieder neue Innovationen geschaffen und dabei seine eigenen Innovationen wieder revolutioniert. Zu seinen hervorstechenden Eigenschaften gehörten das herausragende technische Verständnis, der Anspruch an ein vollendendes Design und die Forderung nach perfekter Usability. Neben dem technischen Genie ist ein zweiter Wesenszug für seinen Erfolg entscheidend. Er hatte auch die Kraft und Ausdauer, auf den Erfolg warten zu können. Das Eintreten des geschäftlichen Erfolges hat zum Teil viele Jahre gedauert. Von seinen Mitarbeitern forderte er alles.

Jeff Bezos

Zweites Beispiel ist Jeff Bezos, der CEO von Amazon. Jeff Bezos ist ein Beispiel für den CEO-Fanatiker. Er ist ein Visionär, der schon sehr früh von der Macht des Internet überzeugt war. Er rollte den Handel beginnend mit dem Buchgeschäft auf. Amazon ist der weltweit größte Online-Handel und vermutlich auch irgendwann das größte Handelsunternehmen der Welt. Besonders faszinierend ist die Konsequenz mit der er die Geschäftsprozesse im Internet, häufig mit eigenentwickelter Software, perfektioniert hat. Diese Erfahrungen haben auch zu weiteren innovativen Produkten wie Cloud-Services oder Ebook-Readern und Tablet-PC’s geführt. Jeff Bezos fordert von Mitarbeitern und Geschäftspartnern alles. Es gibt den Spruch „Wenn du nicht gut bist, frisst Jeff dich und spuckt dich aus“.  Auch in den Geschäftszahlen hat Jeff Bezos ein eigenes Verständnis. Für ihn ist Umsatzwachstum zunächst alles. Die Erträge werden der Perspektive untergeordnet, so dass rote Zahlen in den Wachstumsfeldern normal sind. Er leistet sich auch Ideen wie den Einsatz von Minidrohnen als Logistikkonzept oder Aktionen wie den Kauf der Washington Post, der sich nicht unmittelbar erschließt.

Elon Musk

Technologisch visionär ist auch Elon Musk. In wenigen Jahre hat er erfolgreich Geschäftsideen umgesetzt wie der Medienanbieter Zip2, der Online-Zahldienst Paypal, das Raumfahrtunternehmen SpaceX, Elektromobile von Tesla Motors. Zu Zeit beschäftigt er sich mit Hyperloop einem Projekt für den Hochgeschwindigkeitstransport von Personen und Gütern. Die Strecke zwischen San Francisco und Los Angeles von 500 km soll in 35 Minuten überwunden werden. Elon Musk sucht für technisch komplexe Herausforderungen reale Lösungen. Organisatorisch schafft er immer wieder neue Unternehmen. Gemeinsam ist Steve Jobs, Jeff Bezos und Elon Musk ist die maßgebliche persönliche  Beteiligung an den Unternehmen. Für diese Unternehmer ist bzw. war das Geschäft von morgen wichtiger als das Geschäft von heute.

Akio Murita

Einige Jahre früher war es Akio Murita, der mit Sony bei vergleichbarem Vorgehen vergleichbare Erfolge erzielte. Sony trieb die Technologie in der Welt der Radios, Fernseher und Videotechnik. Sein Walkman war Innovation pur bis hin zur Namensgebung. Mit dem Ausscheiden von Murita verließ auch der Erfolg Sony.  Heute zeigt Sony sich wieder innovativer und der Name, der damit verbunden wird, ist Kazuo Hirai.

John Chambers

Ein anderes Geschäftsvorgehen hat John Chambers. Auch er hat bewiesen, dass er mit Cisco immer wieder bei Innovationen vorne ist. Für ihn ist es allerdings entscheidend auch im Heute herausragende Gewinne zu erzielen. Dieses beweist Cisco auf hohen Niveau seit vielen Jahren. Ciscos Innovationsweg wurde entscheidend durch den Zukauf von Startups oder jungen Unternehmen mit Zukunftsprodukten geprägt. Chambers kaufte mittlerweile eine dreistellige Zahl an Unternehmen mit Zukunftstechnologie und stellt so sicher immer wieder bei den entscheidenden Innovationen vorne zu sein.

Jack Welch

Als letztes Beispiel für einen erfolgreichen Unternehmer sei Jack Welch von General Electric erwähnt. Seine Philosophie war relativ einfach. “when someone came in my office with a big innovative idea I told them it wouldn’t work and to get out of my office, if they came back a second time I told them again, if they came back a third time I knew they had the passion, tenacity and commitment required to launch a new business and I told them to go for it.”.
Ob dies heute auch noch funktionieren würde?

Es bleibt die Beobachtung – hinter einem Unternehmen mit mehreren disruptiven Produkten steckt meist auch ein Manager mit technologischen Visionen und radikalen Vorgehen in der Umsetzung. Von den Mitarbeitern geliebt zu werden ist nicht das Ziel dieser Manager und der kurzfristige betriebswirtschaftliche Erfolg auch nicht. Verlassen diese Manager ihr Unternehmen, geht häufig die Innovationskraft und schrittweise der wirtschaftliche Erfolg, siehe Steve Jobs,  Bill Gates oder Akio Murita.

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