Business Model Canvas: neue Produkte mit Lean Canvas

Autor on 16. Juni 2013 in Produktmanagement mit 1 Kommentar

Das Business Modell Canvas ist ein flexibles und konsequentes Vorgehen für die Entwicklung eines Startups oder neuer Geschäftsfelder. Naturgemäß stehen die erfolgsversprechenden Produkt-Markt-Ansätze im Fokus und die relevanten Aspekte wie Kunden, Value Proposition, Vertriebskanäle, Umsätze und Kostenstrukturen werden adressiert. Wie häufig bei erfolgreichen Konzepten entstehen auch Varianten. Eine für Produktmanager besonders interessante Anpassung wurde von Ash Maurya entwickelt. Grundsätzlich übernahm er die Idee, statt endloser Foliensätze zu Businessplänen zu produzieren, die wichtigen Fakten auf eine Seite zu bringen und in einem stetigen Prozess zu validieren und adaptieren. Ash Maurya sieht die Stärke des Business Modell Canvas insbesondere für den Rampup und das Skalieren von neuen Geschäften und Produkten. Seine größere Sorge liegt zeitlich gesehen weiter vorne. Werden keine erfolgreichen Produkte entwickelt, dann nützt das beste Marketingkonzept und ein perfekter Rampup nichts. Mit der Zielsetzung die richtigen Produkte zu entwickeln modifizierte er das Business Modell Canvas zu Lean Canvas.

Die Modifikationen von Lean Canvas

Quelle: Ash Maurya

Neu aufgenommen wurde die Beschreibung für die Probleme unser Zielgruppe, die passenden Lösungen zu deren Probleme, die Schlüsselmessgrößen für unseren Erfolg und der sogenannte unfaire Vorteil (gemeint ist der schützbare Wettbewerbsvorteil). Demgemäß entfallen für diese Vorgehensweise die Felder Kundenbeziehung, Schlüsselaktivitäten, -Ressourcen und – Partnerschaften. Die rechte Hälfte spiegelt die Marktseite und die linke Seite die Produktbetrachtung wider.

Vorgehen Lean Canvas

1. Dokumentation des Startplanes

Begonnen wird mit einem Startplan, wohl wissend, dass die Inhalte erweitert und verändert werden. Die Aussagen werden in einer Veranstaltung aus Kundensicht prägnant formuliert. Die Struktur kann der grafischen Darstellung entnommen werden. Pro Kundensegment wird ein Canvas angelegt. Die Abfolge ist immer vom Kundensegment, über das Kundenproblem zur Lösung und dem Werteversprechen (UVP). Dann erfolgt die Ermittlung der Aussagen für die Kanäle, die Umsätze sowie Kosten, die Schlüsselmessgrößen und unser unfairer Vorteil (sofern schon klar). Ist der Prozess durchlaufen, so wird priorisiert nach den Kriterien Bedarf, Aufwand, Renditeträchtigkeit und Marktgröße.

Quelle Ash Maurya

Für die Erstellung des Lean Canvas wird von Ash Maurya unter leancanvas.com ein Online-Tool angeboten, welches bei Nutzung von bis zu 2 Anwendern kostenfrei bleibt.

2. Identifikation der entscheidenden Risiken

Risikominimierung gehört zu den zentralen Ansätzen im Lean Canvas-Modell. Diese gilt es zu identifizieren und klären. Auf der ersten Ebene mit der Produktblick und dem Problem/Solution-Fit stellt sich die Frage ob meine Lösung es wert ist, entwickelt zu werden. Die Kriterien sind die Kundensicht und die Machbarkeit. Auf der zweiten Ebene dem Product/Market Fit ist die Frage ob meine Lösung von den potentiellen Kunden gewollt ist und auf der dritten Ebene dem Markt bleibt die Frage nach der Möglichkeit des Wachstums und der Geschäftsgröße. Wieder erfolgt die Priorisierung.

3. Systematischer Test des Planes

Der Ziel des Schrittes ist die konsequente Planoptimierung in kleinen Schritten. Diese erfolgt in mehreren Lernschleifen nach dem Prinzip Build, Measure und Learn. Für Problem/Solution-Fit und Product/Market-Fit  sind qualitative Interviews mit potentiellen Abnehmern wichtiger als quantitative Befragungen. Aus den Planannahmen werden schrittweise Fakten bzw. konkrete Lösungen. Quantitative Analysen werden für die Marktbewertung verwendet.

Gesamtbewertung

Die Stärke diese Ansatzes ist das gesamtheitliche Vorgehen. So ist das Motto von Lean Canvas  „Das Produkt ist nicht das Produkt sondern dass Geschäftsmodell“  Kennzeichen für das Konzept. Die Schlüsselrolle spielen die vielen effektiven Gespräche qualitativer Natur, die Basis der Validierung sind. Für den Gründer eines Startups liefert diese Methode wertvolle Informationen und einen gelungenen Beginn. Die Grenzen dieser Methode liegen bei Produkten aus der Systemwelt mit komplexeren Architekturen und differenzierten Anforderungen mehrerer Zielgruppen.
Seine Erfahrungen, Hinweise und Tipps hat Ash Maurya in dem Buch Running Lean:Iterate from Plan A to a Plan That Works verarbeitet. Das Buch ist sehr konkret und pragmatisch.

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